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Montag, den 05. November 2012 um 09:30 Uhr

Treppenplanung – Teil 1Treppenplanung – Teil 1: Was man bei der Planung einer Treppe beachten sollte

Bis jetzt haben wir in unserem Treppenbau-Blog die Treppe und ihre Bestandteile beleuchtet: Treppenform,Treppenbauart, mögliche Holzarten für eine Treppe, Geländer und Handlauf. Heute möchten wir mit einem neuen Themenkreis unseres Treppenbau-Blogs beginnen: Wir werden Ihnen nach und nach wichtige Kriterien für die Planung Ihrer Treppe mit auf den Weg geben und eine Checkliste der Punkte zusammenstellen, die Sie mit Ihrem Architekten und Ihrem Treppenbauer besprechen sollten.

 

Wangentreppe (auch Holmtreppen genannt) in einem eigenen Treppenraum

Wangentreppe (auch Holmtreppen genannt) in einem eigenen Treppenraum

Wo soll die neue Treppe stehen?

Ein zentraler Punkt bei der Planung eines neuen Hauses ist der Standort einer Treppe:
- Benötigt das neue Haus einen oder mehrere Zugänge in das obere Geschoss?
- Gibt es eine Kellertreppe?
- Hat das Haus ein Dachgeschoss, das über eine Treppe erreicht werden soll? Wenn ja, sind unter dem Dach Wohnräume oder lediglich Abstellräume vorgesehen?

Ihre erste Überlegung auf dem Weg zu Ihrer neuen Treppe sollte also die Frage sein, welche und wie viele Treppen Sie benötigen.

Treppen können in einem separaten Treppenraum, in einer Nische eines Wohnraums oder auch mitten in einem Wohnraum stehen. Bevor Sie auf die Suche nach Ihrer neuen Treppe gehen, sollten Sie abklären, wo genau Ihre neue Treppe stehen soll.

Denn der Standort einer Treppe ist zum einen entscheidend für ihren Platzbedarf, ihre Form und ihre Bauart. Zum anderen muss der geplante Standort auch bei der Auswahl der Holzart, des Stils und der Ausstattung Ihrer Wunschtreppe berücksichtigt werden, um die Treppe harmonisch in das Wohnumfeld einpassen zu können.

Paragrafen

Spindeltreppe in einem Wohnraum

§§ Notwendige Treppe

§§ Notwendige Treppe

Soll das Haus eine oder mehrere Treppen haben?

Wenn das Haus nur eine Treppe hat, die in ein Geschoss mit Aufenthaltsräumen führt, gibt es logischerweise auch nur einen Aufgang in das nächste Stockwerk. Diese banale Feststellung hat gravierende Konsequenzen für die Planung Ihrer neuen Treppe. Denn diese einzige Treppe im Haus muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit eine sichere Benutzung im Alltag und erst recht in einem Notfall als Fluchtweg gewährleistet ist.

Diese Mindestvoraussetzungen haben der Gesetzgeber in den Landesbauordnungen und das Deutsche Institut für Normung in der DIN 18065 festgelegt.

Wenn eine Treppe den einzigen Zugang in ein Geschoss mit Aufenthaltsräumen ermöglicht, dann ist sie nach diesen Vorschriften eine "notwendige Treppe".

Aufenthaltsräume sind in einem Privathaus:
- Wohnzimmer
- Schlafzimmer
- Kinderzimmer
- Arbeitszimmer
- Wohndielen
- Wohn- und Kochdielen.

Keine Aufenthaltsräume im Sinne dieser Vorschriften sind reine Abstellräume wie Keller oder Dachboden.

Je nach Gebäudehöhe und nach der Zahl der Personen, die sich in einem Gebäude in der Regel aufhalten, sind die Sicherheitsvorschriften an eine notwendige Treppe als Fluchtweg unterschiedlich streng geregelt. Für Wohnhäuser mit bis zu zwei Wohnungen und für Treppen innerhalb von Wohnungen gelten weniger strikte Vorschriften als für Treppenaufgänge in höheren Gebäuden. Für die Fluchttreppen in öffentlichen Gebäuden sind die Anforderungen besonders hoch, da in diesen Gebäuden mit einer größeren Zahl von Personen zu rechnen ist, die im Notfall über die Treppe fliehen müssen.

Eine notwendige Treppe in einem Haus mit bis zu zwei Wohnungen und innerhalb von Wohnungen muss eine nutzbare Laufbreite von mindestens 80 cm haben. Ihre Steigung darf nicht größer als 20 cm (von der Vorderkante der Trittfläche einer Stufe bis zur Vorderkante der Trittfläche der nächsten Stufe gemessen) sein. Der Auftritt muss mindestens 23 cm betragen.

In allen anderen privaten Wohnhäusern muss eine notwendige Treppe mindestens 100 cm (in Berlin und Hamburg 110 cm), in Hochhäusern 125 cm, in öffentlichen Gebäuden 120 cm breit sein. Die Steigung darf maximal 19 cm betragen. Hierbei sollte der Auftritt mindestens 26 cm sein.

Notwendige Treppen müssen in einem eigenen Treppenraum (notwendiger Treppenraum) liegen. An diesen separaten Treppenraum werden besondere Sicherheitsvorschriften gestellt. Ausgenommen sind von dieser gesetzlichen Regelung sind notwendige Treppen, die in einem Gebäude mit bis zu zwei Wohnungen und innerhalb von Wohnungen liegen.

Wangentreppe als notwendige Treppe

Wangentreppe als notwendige Treppe

§§ nicht notwendige Treppe

§§ nicht notwendige Treppe

Gibt es weitere Treppen im Haus?

Wenn eine notwendige Treppe zu den Wohnräumen in Ihrem geplanten Haus vorhanden ist, dann ist jede weitere Treppe eine nicht notwendige Treppe (auch zusätzliche Treppe genannt). Für diese Treppen gelten weniger strenge Voraussetzungen:

In Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und innerhalb von Wohnungen ist für eine nicht notwendige Treppe eine nutzbare Laufbreite von mindestens 50 cm vorgeschrieben. Ihre Steigung darf nicht mehr als 21 cm betragen.

Spindeltreppe als nicht notwendige Treppe

Spindeltreppe als nicht notwendige Treppe

§§ Leitertreppe

§§ Leitertreppe

Handelt es sich um eine Treppe, die zu einem unbewohnten Raum führt?

Unbewohnte Räume sind Räume, die in erster Linie als Abstellfläche genutzt werden, zum Beispiel Kellerräume oder ein Speicher auf dem Dach. Für Treppen, die in ein Geschoss mit Abstellräumen führen, gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen oder DIN-Vorschriften, die zu beachten sind. Deshalb sind hier auch sogenannte Steiltreppen mit einer größeren Steigung zulässig als die notwendigen oder nicht notwendigen Treppen, die in ein Geschoss mit Wohnräumen führen. Auch dürfen diese Treppen als sogenannte Raumspartreppen wesentlich schmaler als normale Treppen sein.

Leitertreppe zur Dachkammer

Leitertreppe zur Dachkammer

Platzbedarf einer halbgewendelten Treppe – Grundriss

Platzbedarf einer halbgewendelten Treppe – Grundriss

Wie viel Platz haben Sie für eine Treppe?

Eine Treppe benötigt nicht nur den Platz, der sich aus ihrem Grundriss ergibt, sondern einen zusätzlichen Raum. Denn die Treppe muss bequem zugänglich sein, sowohl in ihrem Antritts- als auch in ihrem Austrittsbereich.

Je nach der Treppenform (Link zu Blogbeitrag "Unterschiede zwischen Treppenformen und Treppenbauarten) ist auch der Platzbedarf für eine Treppe unterschiedlich groß: Eine gerade Treppe beansprucht zum Beispiel einen Platz von ca. 11,50 m². Bei einer einviertelgewendelten Treppe verkürzt sich der Platzbedarf auf ca. 10,10 m². Eine zweiviertelgewendelte Treppe benötigt nur noch 8,10 m². Eine halbgewendelte Treppe kommt mit noch weniger Platz aus, nämlich mit ca. 6,3 m².

Platzbedarf einer viertelgewendelten Treppe – hier eine Bolzentreppe

Platzbedarf einer viertelgewendelten Treppe – hier eine Bolzentreppe
 

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