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Dienstag, den 10. Januar 2012 um 13:21 Uhr

Holzarten G-ZHolzarten Teil 3: von G - Z

Nachdem Sie in den Teilen 1 und 2 die Holzarten Ahorn, Amazakoue, Bambus, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Esche und Fichte kennengelernt haben, beenden Sie Ihre Reise durch die Welt der Hölzer im heutigen Teil 3, der Ihnen die Holzarten Hainbuche, Kambala, Kernbuche, Kirsche, Merbau, Nussbaum, Rüster, Sipo, Teak und Wenge vorstellt.

 

H    

Hainbuche oder Weißbuche

Die Hainbuche ist nur namentlich mit der Buche verwandt. Botanisch wird sie der Familie der Haselnussgewächse, oft auch der Birkengewächse, zugeordnet und ist von daher eine andere Baumart.
Hainbuchen wachsen in weiten Teilen Europas bis zum Kaukasus, nicht aber in Spanien und in den Küstengebieten der Mittelmeerländer. Bei dieser Laubbaumart, die in Gärten häufig als Hecke angepflanzt wird, erreichen die einzelnen Bäume eine Höhe bis zu 25 Metern. Hainbuchen kommen vorwiegend in Mischwäldern vor, selten in reinen Beständen.

Das Holz der Hainbuchen hat eine gleichmäßig helle Farbe, die von grau-weiß bis gelblich-weiß reicht. Splint- und Kernholz unterscheiden sich nicht. Wegen ihrer hellen Farbe werden Hainbuchen auch Weißbuchen genannt. Die Jahresringe sind erkennbar, aber nicht sehr markant.

Das Holz ist sehr hart und hat eine große Dichte. Deshalb eignet es sich für stark beanspruchte Treppen. Für die Verwendung im Freien ist das Hainbuchenholz nicht geeignet.

Hainbuche
Hainbuche
K    

Kambala oder Iroko

Kambala – auch unter dem Namen Iroko Kambala bekannt – ist eine afrikanische Tropenholzart, die aus den westafrikanischen Ländern Côte d´Ivoire, Kamerun und Nigeria importiert wird. Kambala-Bäume wachsen im immergrünen und halbimmergrünen Regenwald sowie in den Savannenwäldern. Kambala ist nur in sehr geringem Umfang aus FSC-zertifizierten Anbau erhältlich.

Kambalaholz hat eine goldbraune Farbe mit einem gelblich-weißen Splint. Oft hat es eine wellenförmige, grobstrukturierte Maserung. Es ist ein sehr wertvolles, äußerst wetterfestes Holz, das ungefähr so hart und schwer wie Eichenholz ist. Deshalb eignet es sich gut für stark beanspruchte Treppen, denen dieses besonders edle und teure Tropenholz eine elegante Note verleiht.

kambala
Kambala

Kernbuche

Kernbuche, auch Wildbuche genannt, ist keine eigene Holzart, sondern das Holz, das aus dem Kern der →Buchen gewonnen wird.
Da nur sehr alte Buchen diesen Falschkern ausbilden und von diesen Buchen auch nur dieser Kern und nicht das übrige Splintholz verwertbar ist, ist das Angebot begrenzt. Auch die zunehmende Nachfrage nach diesem besonders in der Möbelindustrie beliebten „Trendholz“ bewirkt, dass Kernbuchenholz teurer ist als das Holz von Buchen, die keinen Falschkern ausgebildet haben. Andererseits führt die verstärkte Nachfrage nach Kernholz dazu, dass das Buchenholz erst später geerntet wird und fördert dadurch eine nachhaltige Forstwirtschaft.

Kernbuchenholz hat eine wesentlich auffälligere, lebendigere Maserung als das normale Buchenholz. Es hat einen warmen rotbraunen bis schwarzgrauen Farbton und wirkt gerade durch seine Maserung besonders lebhaft. Im Übrigen besitzt das Kernbuchenholz dieselben Eigenschaften wie das Buchensplintholz und ist als hartes, aber nicht witterungsbeständiges Holz sehr gut für stark beanspruchte Treppen im Wohnbereich geeignet.

kernbuche
Kernbuche

Kirsche, Black Cherry

Für die Holzverarbeitung wird entweder das Holz der europäischen oder amerikanischen Kirsche verwendet. Als europäisches Kirschholz, auch Kirschbaumholz genannt, wird das Holz der Vogelkirsche bzw. Süßkirsche bezeichnet, die in Mittel- und Südeuropa beheimatet ist. Andere Kirschbaumarten wie Sauerkirsche, Felsenkirsche oder Weichsel spielen als Holzlieferanten nur eine untergeordnete Rolle. Vogelkirschen wachsen weniger in Forsten, sondern eher an den Waldrändern. Kirschbäume, die in Obstplantagen angepflanzt werden, werden zumeist gefällt, bevor sie den für den für die Holzverarbeitung notwendigen Stammumfang erreicht haben. Deshalb kann das Angebot an europäischem Kirschbaumholz die Nachfrage nicht immer decken.

Die amerikanische Kirschbaumart wird unter dem Namen „Black Cherry“ gehandelt. Black Cherry Bäume wachsen im Osten der USA, kommerziell werden sie vor allem in den Staaten Pennsylvania, Virginia, West-Virginia und New York angebaut.

Kirschbäume gehören zu den Kernholzbäumen. Der Splint hat eine gelbliche bis rotweiße Farbe, während das Kernholz hell- bis dunkelrötlich ist und von grünen Streifen durchsetzt sein kann. Im Laufe der Zeit dunkelt das Kirschholz durch Lichteinwirkung stark nach. Das Holz der amerikanischen Kirsche ist etwas dunkler als das der europäischen Kirsche.

Als mittelschwere und mittelharte Nutzholzart eignet sich das europäische und amerikanische Kirschholz sehr gut für den Innenausbau. Das schönfarbige und dezente Holzbild mit seiner warmen Tönung verleiht einer Treppe ein sehr elegantes und edles Erscheinungsbild.

Black Cherry
Black Cherry
M  

Merbau

Merbau ist ein Tropenholz, das in den feuchtheißen Klimazonen Afrikas, Südostasiens, des Pazifikraums und Madagaskars vorkommt. Vorwiegend wächst Merbau in den küstennahen Regenwäldern. Merbau ist mit der afrikanischen Baumart „Afzelia“ verwandt, die auch unter dem Namen „Doussié“ bekannt ist. Merbau ist eine weltweit sehr gefragte und damit eine äußerst gewinnbringende Holzart, so dass das natürliche Vorkommen von Merbau in den Herkunftsländern fast erschöpft ist. Leider stammt nach wie vor ein großer Anteil des international gehandelten Holzes aus illegalem Einschlag von der indonesischen Insel West Papua und ist nur in geringen Mengen aus FSC-zertifizierten Anbau erhältlich.

Kern- und Splintholz sind deutlich von einander abgegrenzt. Nachgedunkelt ist das Kernholz braun bis dunkelrotbraun, während der Splint gelblich-weiß ist.

Merbau ist ein sehr hartes und langlebiges Holz, das sich sehr gut für stark benutzte Treppen eignet.

Merbau
Merbau
N    

Nussbaum

Für die Holzverarbeitung wird entweder europäisches oder amerikanisches Nussbaumholz verwendet.

Europäisches Nussbaumholz stammt vom Walnussbaum, amerikanisches von der Schwarznuss, einer mit dem Walnussbaum verwandten Baumart.

Walnussbäume waren ursprünglich in den Mittelmeerländern beheimatet und sind heute auch in Mittel- und Westeuropa vor allem in Weinbaugebieten als Flurholz oder an Wegrändern heimisch geworden. Als Waldbaum eignen sich Walnussbäume nicht, da sie eine breite Krone bilden und deshalb keine enge Nachbarschaft zu anderen Bäumen vertragen. Auch ist der Bestand an Walnussbäumen in vielen Ländern, so auch in Deutschland, durch starke Nutzung und mangelnde Nachpflanzung stark zurückgegangen. In Deutschland war der Walnussbaum „Baum des Jahres 2008“. In der Schweiz darf ein Walnussbaum nur noch dann gefällt werden, wenn ein neuer nachgepflanzt wird.

Die im Osten der USA beheimatete Nussbaumart, die „Schwarznuss“, wächst wie die europäischen Walnussbäume nicht in großen Beständen, sondern als Lichtbaumart nur gruppenweise und an Waldrändern. In Europa werden seit dem 19. Jahrhundert Schwarznussbäume auch in Rhein- und Donauwäldern angepflanzt. Versuche, Schwarznussbäume auch in Europa so zu kultivieren, dass sie forstwirtschaftlich genutzt werden können, verlaufen recht vielversprechend, vorausgesetzt die Klima- und Standortbedingungen für diese anspruchsvolle Baumart stimmen.

Das Nussbaumholz hat einen dunkelfarbigen Kern und einen grauweißen bis rötlichweißen Splint. Die Farbe des Kerns variiert je nach Klima und Bodenbeschaffenheit. Italienisches Walnussholz hat z. B. eine rötlichere Färbung und lebhaftere Maserung als deutsches oder schweizerisches Holz, kaukasisches Nussbaumholz hat eine eher schwarze Färbung, während französisches Nussbaumholz sich durch eine ganz charakteristische Färbung und Zeichnung von Hölzern aus anderen Standorten unterscheidet.

Das amerikanische Nussholz von der Schwarznuss ist etwas dunkler und homogener als europäisches Nussholz.

Nussbaumholz ist das kostbarste, nicht tropische Edelholz und verleiht aufgrund seiner dekorativen Maserung und besonderen Färbung einer Treppe eine besonders elegante und exklusive Note.

Nussbaum
Nussbaum
O  

Ovengkol oder Ovangkol

-> Amazakoue

 
R  

Rüster (Ulme)

Rüsterholz ist das Holz der Ulme. Nur der lebende Baum wird Ulme genannt, das Holz des gefällten Baums wird unter dem Namen Rüsterholz gehandelt.

Ulmen wachsen in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, von Europa über Asien bis Nordamerika. In Mitteleuropa ist die Ulme durch das Ulmensterben, das durch eine aus Ostasien eingeschleppte Pilzerkrankung ausgelöst wurde, sehr selten geworden. Deshalb ist Rüsterholz auch ein sehr kostbares und sehr teures Holz.Trotz der Bedrohung durch diesen als „Holländische Ulmenkrankheit“ bezeichneten Pilzbefall sollten Ulmen weiterhin in Mischwäldern angepflanzt werden, um diese schöne Baumart zu erhalten.

Das Kernholz der Rüster hat eine hell- bis rötlichbraune Farbe, während das Splintholz grau bis hellgelb ist. Kern- und Splintholzfarbe dunkeln bei Lichteinwirkung stark nach. Im Querschnitt zeichnet sich das Rüsterholz durch ausgeprägte Wellenlinien aus, das Längsholz ist gestreift und gefladert. Diese auffällige Maserung verleiht dieser Holzart ein markantes Aussehen. Rüsterholz ist ein ziemlich hartes Holz und somit gut für strapazierte Treppen geeignet.

Rüster
Rüster
S  

Sipo

Sipo oder auch Sipo Mahagoni genannt ist eine tropische Laubbaumart, die in Afrika vor allem in Uganda, Ostafrika und von der Elfenbeinküste bis zur Demokratischen Republik Kongo heimisch ist. Das Holz dieser in den Regenwäldern wachsenden Baumriesen, die bis zu 30 Meter hoch werden können, gleicht dem der amerikanischen Mahagoni-Bäume.Die große weltweite Nachfrage nach diesem Holz kann nicht ohne Raubbau an den Regenwäldern gedeckt werden. Es gibt nur wenige FSC-zertifizierte Anpflanzungen.

Das Kernholz ist rosabraun über rotbraun bis violettbraun, der Splint hellrosa bis rötlich. Aufgrund seiner guten Eigenschaften bezüglich Härte und Witterungsfestigkeit eignet sich das Sipoholz gut für strapazierte Treppen.

Sipo
Sipo
T  

Teak

Heimat des Teakbaums, auch Teak genannt, ist Süd- und Südostasien. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Teaks, der eine Höhe bis 35 Metern erreichen kann, befindet sich in Indien, Myanmar, Nord-Thailand und Laos. Da Teak eines der wenigen tropischen Nutzhölzer ist, die in Plantagen angebaut werden können, findet man heutzutage in ganz Südostasien und im gesamten Tropenraum, insbesondere in Indonesien und Myanmar, ausgedehnte Teakplantagen. Auch in den afrikanischen Ländern Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Tansania und Togo sowie in Südamerika, insbesondere in Argentinien, Brasilien, Ecuador, Honduras und Trinidad wird Teakholz in Plantagen produziert. Zwar schont der Anbau von Teak in Plantagen, die natürlichen Vorkommen der Teakbäume in den Regenwäldern, doch bringt auch diese Nutzungsart schwerwiegende ökologische Nachteile mit sich, soweit Teakholz in Monokulturen, die intensiven Dünger- und Pestizideinsatz erfordern, angebaut wird. Auch führt oftmals der hohe Flächenbedarf für immer neue Plantagen zur Rodung weiterer Regenwälder. Deshalb ist es wichtig, das Teakholz aus nachhaltig genutzten Anpflanzungen zu beziehen und auf eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung des Holzes zu achten.

Teakholz hat einen hellen Splint und ein gelbes bis dunkelbraunes Kernholz. Wird Teakholz regelmäßig geölt oder gewachst, behält es sein ursprüngliche Farbe. Auch unbehandelt verwittert Teak kaum, bekommt aber im Laufe der Zeit eine dünne graue oder silbrige Patina. Es hat eine ausgeprägte Maserung mit feinen dunkelbraunen Streifen. Teakholz hat nach Härte, Festigkeit und Dichte ähnliche Eigenschaften wie Eichenholz, ist aber außerordentlich witterungsbeständig und resistent gegen Feuchtigkeit, Insekten- und Pilzbefall.

Teak
Teak
W  

Wenge

Die Wenge ist ein tropischer Laubbaum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann. Sie ist in den Regenwäldern der afrikanischen Länder Kamerun, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Äquatorial-Guinea und Gabun heimisch. Leider gilt auch diese tropische Baumart aufgrund der voranschreitenden Zerstörung der Regenwälder und des übermäßigen Holzeinschlags als gefährdet.

Das Holz der Wenge hat einen schmalen grauweißen Splint und einen stark abgegrenzten hell- bis dunkelbraunen Kern, der durch Lichteinwirkung sehr stark nachdunkelt, durch längere Sonneneinstrahlung aber wieder etwas verblassen kann. Es ist ein sehr hartes, witterungsfestes und schweres Holz, das sich sehr gut für strapazierte Treppen eignet. Gerade wegen ihrer dunklen kaffeebraunen bis schwarzen Farbe wird die Wenge gerne für elegante hochwertige Treppen verwendet, speziell dann, wenn in Verbindung mit hellen Teilen des Raumes eine besondere Kontrastwirkung erzielt werden soll.

Wenge
Wenge
 

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