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Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 13:11 Uhr

Holzarten A-DHolzarten Teil 2: von E - F

Nachdem Sie in Teil 1 die Holzarten Ahorn, Amazakoue, Bambus, Birke, Buche und Douglasie kennengelernt haben, setzen Sie im Teil 2 Ihre Erkundungstour durch die Welt der Hölzer fort, in der Ihnen die Holzarten Eiche, Esche und Fichte begegnen werden.

 

E    

Eiche

Die Eiche ist die wichtigste Laubbaumart der Nordhalbkugel. Sie wächst in Nord- und Zentralamerika, in Südamerika (allerdings dort nur in Kolumbien), in Europa, Kleinasien und Nordafrika. In Deutschland sind Eichen nach den Buchen die verbreitetste Laubbaumart. In Europa heimische Eichenarten sind: Stiel- und Traubeneiche sowie die immergrüne Korkeiche, die in den Mittelmeerländern zu finden ist. Die Roteiche dagegen ist in den östlichen Teilen Nordamerikas beheimatet und wurde erst im 18. Jahrhundert in Mitteleuropa eingeführt. Ursprünglich schätzte man sie nur als dekorativen Parkbaum. Seit dem 20. Jahrhundert wird diese Baumart auch forstwirtschaftlich genutzt. Das Holz aller Eichenarten ist gut aus nachhaltig genutzten Forsten erhältlich.

Die Mooreiche ist keine lebende Baumart, sondern das Holz von Eichenstämmen, die Jahrhunderte lang in Mooren und Sümpfen gelegen haben und die nach dem Trockenlegen der Sumpfgebiete geborgen wurden. Die Mooreiche ist unregelmäßig gefärbt und hat einen Farbton, der von hellgrau bis hin zu tiefschwarz geht.

Bei den Eichen unterscheiden sich Kern- und Splintholz sehr deutlich von einander: das Kernholz ist grau-bräunlich (bei der Roteiche rötlich) und dunkelt stark nach, während das Splintholz eine grau-weiße Farbe hat. Eine Besonderheit des Eichenholzes ist es, dass das Splintholz nicht resistent gegen Pilz- und Insektenbefall ist, während das Kernholz eine sehr gute Wetterfestigkeit aufweist. Deshalb wird für die Verarbeitung nur das Kernholz der Eiche verwendet, so dass sich der Farbunterschied zwischen Kern und Splint nicht auswirkt.

Eiche ist ein hartes, mittelschweres und elastisches Holz, das sich sehr gut als Treppenbauholz eignet und der Treppe eher ein rustikales Aussehen verleiht.

Eiche

Eiche
 

Die sehr ausgeprägte Maserung des Eichenholzes kann durch das Kalken des Holzes unterstrichen werden. Dabei wird nach einer entsprechenden Vorbehandlung ein Brei aus Kalkweißpaste in die Poren eingerieben, der Überschuss abgewischt und nach dem Trocknen die Holzoberfläche lackiert. Auf diese Weise erreicht man, dass nur die Holzporen weiß erscheinen (sog. weiß gekalkte Eiche).

Eiche gekalkt

Eiche gekalkt
 

Eine weitere Farb-Variante ergibt sich aus dem Räuchern des Eichenholzes. Durch die Behandlung mit Ammoniak in einer Räucherkammer verändert sich die Farbe des Holzes in dunkelbraun (Eiche geräuchert). Nach Behandlung durch Ammoniak in einer Vakuumkammer wird ein komplett schwarzes Eichenholz (Räuchereiche) erzielt.

Räuchereiche

Räuchereiche
Erle

Erlen wachsen in Europa, aber auch in Nordamerika und in Sibirien. Als Nutzholz wird das Holz der Schwarz-Erle und in geringerem Umfang auch das der Grau-Erle verwandt. In Nordamerika ist die Roterle verbreitet. Erlenholz ist aus nachhaltigem Holzanbau erhältlich.

Bei der Erle sind Kernholz und Splintholz farblich einheitlich. Das Holz der Schwarzerle ist rötlichweiß bis rötlich gelb bis hellrötlich braun und dunkelt bei Lichteinwirkung stark nach. Die Grau-Erle hat einen etwas helleren Farbton als die Schwarzerle.
Erlenholz ist ein weiches Holz von gleichmäßiger Struktur und lässt sich sehr gut beizen. Deshalb wird es häufig im Möbelbau zur Imitation von Edelhölzern wie Kirschbaum oder Mahagoni eingesetzt.

Als Weichholz eignet es sich allerdings nicht für Treppenstufen oder ähnlich stark beanspruchte Flächen.

 Erle

Erle
Esche

Die Esche ist als Laubbaum in Europa, Mittelrussland und Vorderasien vertreten. In Mitteleuropa zählt sie neben Buche und Eiche zu den wichtigsten Nutzhölzern. Eschenholz ist aus nachhaltigem Holzanbau erhältlich.

Die Esche ist wie die Buche ein Baum mit einer fakultativen Kernbildung. Bei jüngeren Bäumen sind Kern- und Splintholz einheitlich hell bis weiß-rötlich. Das Kernholz älterer Bäume kann eine dunklere bis schokoladenbraune Färbung annehmen, was aber für den Holzbau unerwünscht ist. Dagegen ist Kernholz, das der Farbe des Olivenbaums ähnelt, ein sehr gefragtes Eschenholz, da diese Farbe den Werkstücken eine besondere Note verleiht.

Eschenholz ist ein hartes Holz mit guten Festigkeitseigenschaften. Da es aber wenig witterungsbeständig ist, eignet es sich nur für Treppen im Innenbereich.

 Esche

Esche
F
 
Fichte

Die Fichte ist ein in Europa bis Mittelrussland und in Vorderasien weit verbreiteter Nadelbaum. In Deutschland, zum Beispiel, machen die Fichtenbestände ein Drittel der gesamten Waldfläche aus. Für die Holzwirtschaft ist diese Holzart damit von großer Bedeutung. Fichtenholz ist gut aus nachhaltiger Forstwirtschaft erhältlich.

Die europäische Fichte wird auch wegen ihrer im Vergleich zum Tannenholz rötlicheren Färbung Rottanne genannt. Fichtenholz aus Skandinavien, Russland und Polen heißt Nordische Fichte. In Nordamerika ist die Sitkafichte heimisch.

Fichtenholz ist hell weißlich bis gelb-weißlich. Kern- und Splintholz sind einheitlich gefärbt.

Die Fichte liefert ein sehr weiches Holz, das nur wenig witterungsbeständig ist. Deshalb ist Fichtenholz für Treppen, die eine höhere Belastung aushalten müssen, wenig geeignet.

Fichte 

Fichte
 

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